ERES-Stiftung

Chaos!

Komplexität in Kunst und Wissenschaft

Ausstellung. Vorträge. Gesprächsrunden

11. September – 15. Dezember 2012

Vortrag

„Die Deutung des Komplexen. Modelle in der Wissenschaft“
16. Oktober 2012, 20 Uhr, Eintritt frei

Sibylle Anderl (*1981) wagt sich in ihrem Vortrag an die „Deutung des Komplexen“. Zeigt die Ausstellung in der ERES-Stiftung 8 zeitgenössische künstlerische Positionen, die um die Themen Chaos und Komplexität kreisen, gibt die junge Referentin einen Einblick in die für die Wissenschaft so zentrale Kunst der Modellierung.

Anhand konkreter Beispiele aus den Wissenschaften und auf Grundlage der philosophischen Modelldiskussion stellt Anderl die Frage, wie wissenschaftliche Modelle konstruiert sein müssen, damit wir durch sie etwas über die Welt lernen können. Wie weit dürfen Idealisierung und Verzerrung gehen, ohne dass sich das Eigenleben der Modelle von den realen Gegebenheiten abkoppelt?

In der Erforschung nichtlinearer, komplexer Systeme haben sich numerische Simulationen als unbestritten leistungsfähige Werkzeuge in den Wissenschaften etabliert. Sie ermöglichen die Durchführung numerischer „Experimente“, die uns in die Lage versetzen, etwas über Prozesse zu lernen, die sich unserer direkten Beobachtung entziehen. Prominente Beispiele finden sich in der Klimaforschung und der Astrophysik. Aber welche Kriterien haben wir, ihren Resultaten zu vertrauen? Wie können Artefakte von Eigenschaften des simulierten Systems unterschieden werden? Inwiefern können uns Simulationen noch ein Verständnis der tatsächlich ablaufenden Prozesse vermitteln?

Die Referentin

Sibylle Anderl (*1981) ist Diplom- Physikerin und Philosophin (M.A.). Schwerpunkt ihrer naturwissenschaftlichen Arbeit ist die Astrophysik. Ihre Promotion am Argelander-Institut für Astronomie der Universität Bonn zum Thema Modellierung interstellarer Schocks (Modelling interstellar shocks) steht kurz vor dem Abschluss. Seit 2008 ist sie Mitglied des wissenschaftlichen Teams am „NANTEN2 Submillimeter Observatory“ in der Atacamawüste/Chile. Während ihres Philosophiestudiums beschäftigte sie sich u. a. mit dem Wissensbegriff bei Luhmann, mit Kants transzendentaler Ästhetik, Diltheys Kritik der historischen Vernunft sowie Kuhns Struktur wissenschaftlicher Revolutionen. Sibylle Anderl publiziert neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit Artikel im Ressort Natur und Wissenschaft der F.A.Z.

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